Bildungsstreik im Internet [Video, Foto, Text]

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Dienstag, 24. November 2009

Die Streikenden formieren sich!

Heute war wieder ein großes Treffen im Audimax. Die Gruppen haben sich und ihre Arbeit vorgestellt und konnten darufhin regen Zuwachs verzeichnen.
Im Anschluss gaben die Fachschaften ein Statement ab und es wurde kontrovers über die Legitimation von Protest und den beschlossenen Forderungen diskutiert.
Weiterhin wurde der neue Forderungskatalog von den Anwesenden verabschiedet und soll am Mittwoch den 26. dem StuRa zur Positionierung vorgelegt werden.

Hier der aktuelle Forderungskatalog:

I. Kernforderungen:

Die streikenden Studierenden legt folgende Kernforderungen als Grundgedanken fest:

1.Bildung darf nicht kommerzialisiert werden!
2.Das oberste Ziel ist eine zur kritischen Reflektion befähigende und am Gemeinwohl orientierte Bildung (sog. „Humanistisches Bildungsideal“ )!
3.Forschung und Lehre sollen eine Einheit bilden!

II. Forderungen an Bundes- und Landesregierung sowie an die KMK

Mehr Geld für Bildung von Land und Bund!

-Bildung gehört in die Hand des Bundes! Eine Vereinheitlichung des gesamten Bildungssystems (Abschaffung des Bildungsföderalismus) in Deutschland ist anzustreben um der Bildungsgerechtigkeit und freien Mobilität im Sinne des Bolognabeschlusses gerecht zu werden!

-Das Bildungssystem Deutschlands ist finanziell zu stärken! Universitäten dürfen nicht von der Wirtschaft in Form von Drittmitteln abhängig sein. Bildung muss vom Staat gewährleistet werden, aus diesem fordert das Plenum: Mehr Geld für Bildung von Land und Bund!

-Das Studium muss in ganz Deutschland gebührenbefreit sein!

-Universitäten dienen der Allgemeinheit (sind steuerfinanziert) demnach wird freier Zugang zu (staatlichen) Forschungsergebnissen (und daraus resultierenden Materialien) gefordert!

-Das Land soll die Vorhaben der Universität zur ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit sowie zur Verbesserung der Studienbedingungen fördern nicht behindern!

Überarbeitung von Bachelor und Master im Sinne des Bologna-Prozesses

-Die Bachelorausbildung ist auf 8 Semester auszudehnen, um eine Praxistauglichkeit und damit Übernahme in die Arbeitswelt zu gewährleisten!

-Freier Zugang zum Master; als Folge der Verlängerung des Bachelors ist der Master auf 2 Semester zu reduzieren! Auch wenn der Master hauptsächlich der Vorbereitung wissenschaftlicher Karrieren dient, sollte niemand von dieser Möglichkeit der weiterführenden Qualifizierung ausgeschlossen werden!

-Das Studium muss größere Flexibilität erlauben können, d.h. weg vom „verschulten System“!

-Überschreitungen der Regelstudienzeit sollten möglich gemacht werden!

Verbesserung des Lehramtsstudium

-Überarbeitung des Lehramtsstudiums mit u.a. verstärkten praktischen Anteilen, einer Stärkung der Fachdidaktik und Unterricht unter realen Bedingungen!

Es muss gelten: Breitenförderung statt Elitenförderung!

-Das Bundesausbildungsförderungsgesetzt (BAföG) muss gerechter gestaltet werden; aus diesem Grund darf die Höhe des BAföG-Satzes nicht mehr von den Eltern abhängen!
Das BAföG muss Studierenden auch noch bei einem Studiengangwechsel nach dem vierten Semester gewährt werden!

-Reform der Zulassungsbeschränkung (NC); das Einschreiben in Studiengänge muss zugunsten der fachlichen Eignung / Kompetenz reformiert werden!



III. Forderungen an die Universitätsleitung

Verbesserung der Lehre

-Um die Studierbarkeit zu verbessern, ist es nötig, dass die Lehrveranstaltungen zwischen Instituten und Fakultäten besser abgestimmt werden!

-Seminare sollten in ihrer Teilnehmerzahl auf eine lerneffektive Anzahl von Studierenden begrenzt werden!

-Die Seminarräume und Hörsäle sind der Teilnehmerzahl anzupassen. Sollten dafür nicht genügend Räume zur Verfügung stehen, so müssen diese geschaffen werden!

-Einstellung weiterer Lehrkräfte!

-Lehrveranstaltungen sollten mit Ausnahme des Gremiumnachmittags am Mittwoch von Montag bis Freitag stattfinden, um zum einen Partizipationsmöglichkeiten der Studierenden in Gremien zu stärken und zum anderen Überschneidungen von Lehrveranstaltungen entgegen zu wirken! Studenten sind vor Montag bis Freitag da, das sollten ProfessorInnen und DozentInnen auch!

-Die Ausstattung der Universitätsbibliotheken ist quantitativ und qualitativ zu verbessern!

-Selbstbestimmtes Studium; die Anwesenheit bei Lehrveranstaltungen darf nicht obligatorisch sein und soll nicht mehr kontrolliert werden!

-Wir fordern Studierbarkeit für alle Menschen, das beinhaltet auch das Studieren mit Kind(ern) oder mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen!

-Ausbau des Angebots im Sprachenzentrum!

Überarbeitung von Bachelor und Master im Sinne des Bologna-Prozesses

-Siehe Forderungen an Bundes- und Landesregierung sowie die KMK

Verbesserung des Lehramtsstudiums

-Siehe Forderungen an Bundes- und Landesregierung sowie die KMK

-Schulpraktische Übungen, die ihren Namen verdienen; heißt SPÜs mit Schülern nicht vor Studenten!

Zukunftsorientierung, Transparenz und Offenheit der Universität

-Die Gremien der Universität müssen gleichberechtigter besetzt werden! Dazu muss die studentische Beteiligung stärker eingebunden und gefördert werden (auch von uns selbst)! Das studentische Vetorecht ist unantastbar!

-Die Universität Rostock muss die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit verstärkt fördern! U.a. soll dazu die CO2-Neutralität angestrebt werden.

-Die Universitätsleitung muss klarere Statements gegen Rassismus, Sexismus und Antisemitismus ablegen!

-Transparenz der Drittmittelprojekte; die Universität soll offenlegen wo und wofür in der Universität Drittmittel verwendet werden und von welchen Gebern (Wirtschaft, Militär oder Institutionen) diese Geldmengen bereitgestellt werden!

1 Kommentar:

  1. Könnt ihr mal bitte das PDF mit den Forderungen sowie das PDF "...Bildungskeller..." onlinestellen? Danke! :)

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